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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Atteste" für Dance-Weekends?



smily
28. 03. 05, 15:19
Hallo alle zusammen,

aus aktuellem, selbst erlebten Anlaß eine Frage in die Runde:

Soll man als Veranstalter ärztliche Atteste für Tanzwochenenden einführen, um Zwischenfälle folgender Art zu vermeiden? Wie siehts aus Eurer Sicht mit der Haftung in solch einem Fall aus ( wir sind kein e.V-Club,sondern callergeführt)?Schließlich könnte ja der Betroffene behaupten, irgendeine Sache an besagtem WE wäre schuld( das Tempo war zu schnell, die Calls zu schwierig, das Essen zu schlecht oder sonst was). :wink:

Der Hintergrund:

uner Club veranstaltet zweimal im Jahr ein WE von Fr. abend bis So.mittag und bereits am Fr.- abend während des Programms fühlte sich ein Tänzer derart unwohl und zeigte Symptome, die einen Notarzt-Einsatz notwendig machten. :!:
Dieser empfahl dringend eine Klinikeinweisung, aber besagter Tänzer war davon wenig begeistert. Nach eindringlichem Bitten und dem Hinweis, daß wir als Club keinerlei Haftung bei weiterem Tanzen resp. der Ablehnung der Einweisung übernehmen, ließ er sich mitnehmen.
Zudem stellte sich heraus, daß besagter Tänzer erst drei oder vier Wochen zuvor einen leichten Schlaganfall (bereits der zweite in vier Jahren :evil: ) erlitten hatte und herztechnisch auch nicht in Ordnung war (ich bin exam. Krankenschwester und mir haben sich bei seinen Angaben sämtliche Nackenhaare aufgestellt! :twisted: ).
Mal abgesehen von dem Leichtsinn, mit dem dieser Tänzer mit seiner Gesundheit umgeht, stellte sich im Nachhinein die Frage, wie man so etwas in Zukunft umgehen kann. Zumindest haben wir schon seit Jahren immer kompetente Hilfe vor Ort und können bei einem Notfall sofort reagieren.
Und zur allgemeinen Beruhigung- besagter Tänzer konnte So.mittag das Krankenhaus ohne weitere Folgen verlassen und erfreut sich derzeit wieder guter Gesundheit :lol:
Es hätte aber auch anders ausgehen können :twisted:

eR.Ka1
28. 03. 05, 16:05
Für mich stellt sich die Frage der Haftung in diesem Fall nicht, da alles auf frühere Erkrankungen bzw. Probleme beruht.
Ganz klar hingegen wäre es, wenn Tänzer durch das angebotene Essen erkranken, dann stellt sich sehr wohl die Haftungsfrage. Vorschriften können beim WKD in Erfahrung gebracht werden bzw. auch die örtlichen Gemeinden geben Auskunft.
Schwieriger ist es dann, wenn ein Tänzer entsprechende Symptome zeigt, und ihm keiner hilft. Das ist dann unterlassene Hilfeleistung, dies würde dann juristische Folgen haben. Zumindest alle Führerscheininhaber sollten helfen können, da eine Vorraussetzung ein Kurs "Sofortmaßnahmen am Unfallort" ist. Ich bin mir darüber im Klaren, daß viele kurz nach dem Kurs nichts mehr wissen, aber die gestzliche Pflicht zur Hilfeleistung bleibt bestehen.
In einem Anderen Thread geht es um Sanitäter bei Spezials, dieser wurde allerdings schon eine Weile nicht mit aktuellen Beiträgen ergänzt, das wäre nach diesem Beitrag doch notwendig.
Jeder Club, der etwas veranstaltet, sollte sich im Vorfeld Gedanken über Ersthelfer/Sanitäter machen, damit bei gesundheitlichen Problemen schneller geholfen werden kann. Auch denke ich hier an Notrufnummern der örtlichen Rettungsleitstellen (Im Zweifelsfall 112, diese Nummer ist auch vom Handy gebührenfrei und ohne PIN wählbar, der Gesprächspartner der Feuerwehrleitstelle wird weiterverbinden bzw. die notwendigen Schritte einleiten) :!:

Atteste hingegen halte ich für den falschen Weg, da hier ein neuer Bürokratismus eingeführt würde, der uferlos werden könnte.
Das neue Diskriminierungsgesetz, daß noch (?) nicht in Kraft ist, würde dem Club dann auch Probleme machen können :wink:
Außerdem sind Ärzte auch nur Menschen, die auch Fehler machen und etwas übersehen.
Ich würde mir mal die Versicherungsbedingungen aller für den Club abgeschlossenen Versicherungen (auch über EEASDC) durchlesen, dann weiß ich welche Fälle abgedeckt sind. :D

Grüßle Robert

28. 03. 05, 22:17
Nun, ich denke wie Robert, daß dann der Floor leer wäre, wenn wir zum Tanzen Atteste von den Tänzern forderten,- und vermutlich wäre die Bühne auch ziemlich leer, denn sowas müßte man dann ja auch von den Callern fordern.

Mir ist es ja auch nicht recht, daß ich genau an dem Punkt meines Lebens, an dem ich dachte: "Ha, so fit und froh war ich bisher noch nie!", meine ersten Angina pectoris Probleme bekam und seither Stammkunde bei Kardiologe und Apotheke bin. Und daß ich nun mehr Tanzrunden ausfallen lasse und hin und wieder, wenn es ganz schlimm wird, an der Afterparty eigentlich nur schnell meine Zeche zahlen, heimfahren, ins Bett liegen und sterben will.

Nein, als Club, egal, ob Caller- oder Tänzerbetrieben kann man da in der Tat nichts ausschließen.
Wichtig,- und das sollte in den Classes und auch am Clubabend immer mal wieder gesagt und probiert werden, wie man als Square Dancer beim Notfall reagiert,- nämlich ein, zwei Tänzer kümmern sich um den Patienten, während die verbleibenden einen Kreis bilden, mit erhobenen Händen, sodaß der Caller und ggf. der Sani sehen, und ggf. Hilfe anfordern können.

Lebensmittelsicherheit (der WKD ist nun auch in Ba-Wü. einem Kompetenzgerangel zwischen Veterinär, Ordnungsamt und Wasserschutzpolizei gewichen) ist wichtig,- wenn die Gruppe/der Verein selbst einen Special bewirtschaftet, sollte das Lebensmittelrisiko versichert sein. Dazu gibt es ja diverse ERfahrungen bei der EAASDC.

Heinz